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Die frauenspezifische Psychotherapie hat ein Modell entwickelt,
in denen die besondere gesellschaftliche Situation von Frauen
berücksichtigt wird. Dabei geht es nicht um die Bereitstellung
einer zusätzlichen Therapiemethode, sondern um ein erweitertes
Verständnis von psychischen Problemen und Störungen. Die Symptome
und die Leiden von Frauen werden nicht nur als Zeichen einer
individuellen Störung begriffen, sondern auch als Ausdruck
ihrer Lebensbedingungen.
Die nach wie vor geschlechtspezifische Sozialisation, die
soziale und ökonomische Benachteiligung, die oft vorhandene
Mehrfachbelastung durch Familie und Beruf und fehlende sexuelle
Selbstbestimmung hinterlassen Spuren und Wunden im psychischen Erleben.
(Sexuelle) Gewalterfahrungen können psychische Störungen
wie Ängste, Depressionen und Ess-Störungen nach sich ziehen. Hinzukommt
die teilweise Abwertung der Frauenrolle.
Vor dem Hintergrund von Belastung, Abwertung und Traumatisierung mit
ihren möglichen Folgen hat die frauenspezifische Psychotherapie einen
parteilichen Blickwinkel entwickelt. Sie orientiert sich verstärkt
an den realen Lebenserfahrungen von Frauen und berücksichtigt deren
soziale Zusammenhänge und ökonomische Gegebenheiten. Dies kann hilfreich
sein, um Frauen darin zu unterstützen, ein neues Selbstbewusstsein zu entwickeln.
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